ausstellungen
"Bilderausstellung" - Wien (Wasserturm)
gemeinsame ausstellung am Dienstag, den 02. Mai 2000

Eine gemeinsame Ausstellung mit Renate Teuchmann (Malerei) im Jahr 2000 im Wasserturm, Wien. Karl Ritter lieferte einen Beitrag mit seiner Soundinstallation. "Wassermann"

Vor acht Jahren an den Wänden eines Wiener Kaffeehauses, nämlich des Café Museums, waren Hermine Ritter' s Bilder zum ersten Mal ausgestellt. "Noch heute bin ich meinem Lehrer Fritz Martinz dafür dankbar, dass er mich ermutigt hat, mich tiefer auf  die Malerei einzulassen, meine Eigenwilligkeit zu unterstreichen und mich der Öffentlichkeit zu stellen...." erinnert sich Hermine. Die Scheu vor dem Publikum hat sie inzwischen abgelegt, heute sieht sie das Arbeiten im Rampenlicht der Öffentlichkeit, das "Sichaussetzen", als Herausforderung: Der Exhibitionismus der Künstlerin und der Voyeurismus der Zuschauer bilden ein Spannungsfeld.

Zeichnen und Malen waren für Sie schon von klein auf eine Selbstverständlichkeit. Wenn man die Enge des kleindörflerischen Umfeldes, in der sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte, berücksichtigt, war das Eintauchen in die Malerei Flucht und Erweiterung gleichermaßen. Ihr inneres Bedürfnis auszubrechen, ließ sie dem Trott eines vorgezeichneten Lebens im Kleinstadtmilieu entrinnen und mit 21 Jahren übersiedelte sie nach Wien. Hier konnte Hermine sich nicht nur künstlerisch weiterbilden, sie fand auch ihre Verwirklichung als Frau: Liebe, Heirat, die erste Tochter mit dem idealen Partner (seit nunmehr 18 Jahren), dem Extremgitarristen Karl Ritter.  Ideal auch deshalb, weil sie Musik inspiriert und immer sehr wichtig für sie war, sie im Atelier zu Musik malt - sich Musik & Malerei ergänzen. "Oft werde ich gefragt" , erzählt Hermine, "wie ich mit zwei kleinen Kinder noch Zeit für die Kunst fand. Es war für Karl und mich anfangs sicher nicht leicht, auch finanziell nicht.... Aber heute weiß ich: es gibt immer einen Weg, wenn man daran glaubt und an dem festhält, was einem wichtig ist. Wenn man das ausstrahlt, kommt das Richtige auf einen zu. Man muss es nur zulassen und dafür offen sein und sich immer neuen Herausforderungen stellen....".

Charakteristisch ist in der Aktmalerei die Liebe zu kräftigen und frohen Farben, die satt und flächig aufgetragen einen wesentlichen Teil der faszinierenden Wirkung der Bilder Hermine Ritter' s ausmachen.

Dabei steht die Erfassung des Wesentlichen und nicht eine naturalistische Darstellung der Figuren und Motive im Vordergrund. Hermine Ritter schafft sich in einer unbekümmerten risikofreudigen Arbeitsweise Zugang zum Thema. Ihre Inspiration holt sie sich durch Eindrücke aus der Realität, deren Alltäglichkeit und Begrenzung durch die Bilder überwunden werden sollen.

So fließen Sensibilität, Sinnlichkeit, aber auch Aggressivität in die Werke ein. Der Grundsatz von Cezanne, das sich alles in geometrische Formen zerlegen lässt, führt bei ihren Werken vom analytischen Start hin zur gefühlsbetonten Arbeitsweise.

Etwaige Berührungsebenen zu Themen kristallisieren sich erst mit dem fertigen Werk heraus. Was man vordergründig als Flucht vor der Realität bezeichnen könnte, entpuppt sich bereits bei den ersten Pinselstrichen als unausweichliche Konfrontation mit derselben. Ein  Selbstfindungsprozess, welcher bis zur Verzweiflung geht, setzt ein.

Dass es trotzdem so etwas wie die Bewahrung einer eigenen Welt in den Bildern gibt, welche sich von der realen Vorgabe und trotz eines zuweilen quälenden Schöpfungsaktes nicht erschüttern lässt, beruht letztlich auf einem grundsätzlichen Optimismus. Dieser manifestiert sich durch Freude an Farbe, Fläche und Wahl der Motive. Ein Optimismus, der den Betrachter in ihren Bann zieht, eine Aura, die man übrigens auch spürt, wenn man Atelier und Wohnbereich der Künstlerin betritt.

Wohltuend an den Werken ist überdies, dass trotz der gewollten und spürbaren Vermeidung von Destruktivität sich beim Betrachter nicht der Eindruck einer profanen "heile -Welt" Darstellung entsteht.

Doch nicht nur die Konfrontation mit dem eignen Ich bestimmt die Arbeit der Künstlerin, sondern auch die Konfrontation mit dem Publikum als Herausforderung "action Painting" such sie die Inspiration durch die Wechselwirkung zwischen ihrer Person, dem Publikum und anderen Künstlern. Sie setzt sich so bewusst dem Spannungsfeld des eigenen Exhibitionismus und dem Voyeurismus des Betrachters aus.

Ein besonderer Aspekt ist auch ihre Kommunikation mit musikalischen Themen, durch ihren musizierenden und komponierenden Gatten inspiriert.

Gemeinsame Inspiration: Sein Innerstes nach außen kehren.    (Wilfried Horzinek)

Hier einige Bildbeispiele....



 
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