ausstellungen
"Frauentanz" - Wien (Galeriecafé)
einzelausstellung am Freitag, den 23. Februar 2001


In den Räumlichkeiten des Galerie - Cafés der Leopoldine Grossbard, stellte ich meine Bilder zum Thema "Frauentanz" aus.

"Galerie-Café"

Ein umfangreiches Programm in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein "Freunde der Josefstadt" präsentiert das "Galerie-Café" in Neubau (Lerchenfelder Straße 9 -11) von Februar bis Ende April. Eröffnet werden diese "Kulturwochen" mit einer Vernissage der Malerin HERMINE RITTER am 23. Februar um 19  Uhr.

FALTER  / Feb. 2001

AUSSTELLUNG - HERMINE RITTER MALEREI vom 23.2.2001 bis Ende April 2001

Die Bilder der Hermine Ritter

"Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter, gebt mir volles Maß, dass so die übervolle Lust erkrank und sterbe......

Was hat dieser Stoßseufzer des Shakespeareschen Grafen Orsino aus "Was ihr wollt" mit den Bildern der Hermine Ritter zu tun? Nun, meiner Ansicht nach.... SEHR VIEL!

Die Bilder der Hermine Ritter sind "Kompositionen", manches mal auch "Improvisationen", aber immer "Variationen" eines Themas: Menschen in Bewegung. Menschen, die sich zur Musik bewegen, sich der Melodie, dem Rhythmus hingeben. Tänzerinnen, die Musik interpretieren, neue Inhalte und Geschichten entstehen lassen! Hermine Ritter protokolliert diese poetische Realität. Ihr Ziel ist der Ausdruck eines Grundcharakters, das Festhalten gestischer Möglichkeiten. Diese "Augenblicksprotokolle ( wie sie selbst es nennt) sind oft auch Endergebnisse von action -painting und Mal -Performances, zum Beispiel in der Art ihrer Straßenbilder aus Land oder Aquarellen auf einer Endlos-Rolle, so von ihr impulsiv gestaltet auf dem Hallamasch -Festival 2000.

Die Künstlerin empfindet das Arbeiten im Rampenlicht der Öffentlichkeit als eine Herausforderung: Das Thema muss auf den Punkt gebracht werden.

Exhibitionismus der Künstlerin und Voyeurismus der Zusehenden bilden ein Spannungsfeld. Die Summe dieser Protokolle bildet die Grundlage für ihre Arbeit im Atelier. Stimmungen oder Farbenspiele, die auf Landschaftseindrücken, Konzertveranstaltungen oder Festen basieren, manifestieren sich in ihrer Arbeit. Im kreativen Prozess verbinden sich Themen und Protokolle zu Bildern.

Erwähnt sei an dieser Stelle auch Hermine Ritters Auseinandersetzung mit Land-Art, "aus der selbstauferlegten Verpflichtung heraus, in einer immer wissenschaftlich werdenden Weltsicht das "Feld" (im doppelten Sinn) nicht den Biochemikern und ihrer Formelsprache zu überlassen, sondern das angestammte Recht der Kunst, die Welt profund und immer wieder neu zu beschreiben, zu verteidigen." (Carl Aigner)

Bei Hermine Ritter wird offenbar, dass die Lebendigkeit eines Werkes nicht vom Grad der Nachahmung einer abgebildeten Realität abhängt, sondern von einer Neugestaltung der Wirklichkeit. Schöpferischer Instinkt und origineller Impuls haben dabei absoluten Vorrang.

Kaltes blaues Neonlicht, kontrastierend gepaart mit warmen Rottönen, liegt auf den schlanken, schönen Frauenkörpern, die wie in Scheinwerferlicht getaucht scheinen. Ihre Hingabe an den Tanz, keusch und verlockend zugleich, zwingen den Betrachter in die Rolle eines lustvollen Voyeurs. Die Architektur der Bilder wird von einer extremen Raumsicht bestimmt, die häufig durch Vervielfältigung der Dargestellten wie

in großen mehrteiligen Spiegeln kompliziert wird. Das Wechselspiel der Farben verstärkt den Eindruck der Räumlichkeit. Die Statik der Figuren wird aufgehoben durch den schwingenden Rhythmus. Musik als kreative Grundlage, ihre Umsetzung in übereinander sich schiebende Flächen und ineinander sich verschlingende Linien, welche in starker Spannung zueinander stehen und bis zur eruptiven Auflösung führen können.

So ist die Musik im wahrsten Sinne die Nahrung, die Hermine Ritter für ihre Liebe, die Malerei in vollem Maße benötigt. (Detlev Eckstein)

Hier einige Bildbeispiele......






 
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